Informationen zur Gasfeuerung
Gasbrennwerttechnik
Effizient heizen mit modernster Technologie
Gasbrennwerttechnik ist eine fortschrittliche Heiztechnologie, die deutlich effizienter arbeitet als herkömmliche Gasheizungen.
Was ist Gasbrennwerttechnik?
Beim Verbrennen von Erdgas entsteht neben Wärme auch Wasserdampf im Abgas. Herkömmliche Heizgeräte lassen diesen Wasserdampf ungenutzt entweichen. Die Gasbrennwerttechnik nutzt jedoch die im Wasserdampf enthaltene Wärme, indem sie das Abgas stark abkühlt und den Wasserdampf kondensieren lässt. Die dabei freigesetzte Wärme, die sogenannte Kondensationswärme, wird zusätzlich zum Heizen genutzt. Dadurch kann aus der gleichen Menge Gas mehr Wärme gewonnen werden, was den Energieverbrauch und die Heizkosten deutlich reduziert.
Wie funktioniert die Brennwerttechnik?
- Das Erdgas wird im Brenner verbrannt und erzeugt Wärme für Heizung und Warmwasser.
- Die heißen Abgase werden durch einen Wärmetauscher geleitet und stark abgekühlt.
- Der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert, dabei wird Wärme freigesetzt.
- Diese Kondensationswärme wird zusätzlich zum Heizen genutzt.
- Die abgekühlten Abgase werden über den Schornstein abgegeben.
Wie viel Gas kann man mit Brennwerttechnik einsparen?
Im Vergleich zu älteren Gasheizungen ohne Brennwertnutzung lässt sich der Gasverbrauch um etwa 15 - 30 % senken abhängig vom Zustand der alten Anlage und der Heizungsart.
Vorteile der Gasbrennwerttechnik
- Hohe Energieeffizienz und niedriger Verbrauch
- Geringere CO₂-Emissionen
- Kompakte Geräte, ideal für Modernisierungen
- Lange Lebensdauer und bewährte Technik
Gebäudeenergiegesetz (GEG) und kommunale Wärmeplanung. Was gilt in Stuttgart?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt seit 2020 die energetischen Anforderungen an Heizsysteme in Neubauten und Bestandsgebäuden. Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien im Gebäudesektor deutlich zu erhöhen.
65 % Regel für Heizsysteme
Nach § 71 GEG müssen neue und ersetzte Heizungsanlagen ab dem Zeitpunkt, an dem eine kommunale Wärmeplanung vorliegt, mindestens 65 % ihrer Wärmeenergie aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme erzeugen. Dies umfasst unter anderem:
- Wärmepumpen
- Solarthermie
- Biomasseheizungen
- Anschluss an erneuerbare Fern oder Nahwärmenetze
- Nutzung von erneuerbarem Gas (z. B. Biomethan)
Kommunale Wärmeplanung Stuttgart
Stuttgart als Großstadt mit über 100.000 Einwohner hat die kommunale Wärmeplanung bereits veröffentlicht. Damit gelten die strengeren Vorgaben des GEG in Stuttgart seit 2024 auch für Bestandsgebäude und Modernisierungen.
Das heißt:
- Alle neu installierten oder ausgetauschten Heizungen müssen seit 2024 mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen.
- Das betrifft auch Heizungsmodernisierungen in Bestandsgebäuden.
- Die kommunale Wärmeplanung konkretisiert die Anforderungen und macht sie verbindlich.
Was bedeutet das für Gasheizungen?
- Ein reines Gasbrennwertgerät ohne erneuerliche Komponenten erfüllt diese 65 % Vorgabe nicht.
- Reine Gas-Brennwertheizungen sind daher seit 2024 in Stuttgart nur noch eingeschränkt zulässig und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr.
- Hybridlösungen, bei denen Gasbrennwerttechnik mit erneuerbaren Energien kombiniert wird (z. B. Wärmepumpe, Solarthermie), sind zulässig und erfüllen die Vorgaben.
- Ebenso können moderne Gasgeräte mit Anteilen an Biomethan oder grünem Wasserstoff den Erneuerbaren-Anteil erhöhen und so die Anforderungen erfüllen.
Zusammenfassung und Ausblick
Das GEG in Verbindung mit der kommunalen Wärmeplanung Stuttgart sorgt dafür, dass reines Gasheizen ohne erneuerbare Anteile zunehmend ausgeschlossen wird. Eigentümer sollten bei der Heizungsmodernisierung auf Kombinationen mit erneuerbaren Energien setzen, um langfristig regelkonform und nachhaltig zu heizen.
Informationen zum Wärmepumpensystem
Wärmepumpe
Nachhaltig heizen mit erneuerbarer Energie
Effiziente Heiztechnik mit Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser.
Was ist eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe ist eine moderne Heiztechnologie, die vorhandene Umweltwärme aus der Umgebung nutzt, um Gebäude zu beheizen und Warmwasser bereitzustellen. Im Gegensatz zu klassischen Heizsystemen erzeugt sie Wärme nicht nur durch Verbrennung sondern gewinnt einen Großteil der Energie aus natürlichen, erneuerbaren Quellen wie Luft, Erde oder Grundwasser. Dadurch arbeitet die Wärmepumpe besonders energieeffizient.
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Anders als herkömmliche Heizsysteme, die fossile Brennstoffe verbrennen, entzieht die Wärmepumpe der Umgebung Energie, selbst wenn es draußen kalt ist. Über einen technischen Prozess, der einem Kühlschrank ähnelt, wird diese Wärme gesammelt und durch einen Kompressor auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. So kann die gespeicherte Umweltwärme auf ein Niveau gebracht werden, das zum Heizen oder auch zur Warmwasserbereitung genutzt werden kann.
Dabei arbeitet die Wärmepumpe sehr energieeffizient. Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom liefert sie oft drei bis vier Kilowattstunden Heizenergie. So sparen Sie nicht nur Heizkosten, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz.
Arten von Wärmepumpen
Je nachdem, welche Umweltquelle genutzt wird, unterscheidet man verschiedene Wärmepumpentypen:
- Luft-Luft-Wärmepumpe
Sie entzieht der Außenluft Wärme und gibt diese direkt als warme Luft in den Innenraum ab. Besonders geeignet für gut gedämmte Häuser oder als Zusatzheizung. - Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Wärme aus der Außenluft wird genutzt, um Wasser zu erwärmen. Dieses Wasser wird dann über Heizkörper, Fußbodenheizung oder Warmwasserspeicher im Haus verteilt. - Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Diese nutzt die Wärme aus Grundwasser oder Oberflächenwasser. Da das Wasser konstant eine höhere Temperatur hat, arbeiten diese Systeme besonders effizient. - Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe)
Hier wird die Wärme aus dem Erdreich über im Boden verlegte Rohrleitungen (Sole) aufgenommen und zur Heizwassererwärmung verwendet.
Vorteile gegenüber fossilen Brennstoffen
- Umweltfreundlich: Wärmepumpen erzeugen keine direkten CO₂-Emissionen, da sie keine fossilen Brennstoffe verbrennen.
- Hohe Effizienz: Sie liefern oft das Drei- bis Vierfache der eingesetzten elektrischen Energie in Form von Heizwärme.
- Ressourcenschonend: Nutzung kostenloser und erneuerbarer Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erde.
- Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit von schwankenden Öl- oder Gaspreisen.
- Komfort: Sie bieten zuverlässige und gleichmäßige Wärme, oft mit der Möglichkeit zur Kühlung im Sommer.
- Förderfähig: Staatliche Förderprogramme machen den Umstieg auf Wärmepumpen besonders attraktiv.
Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine Wärmepumpe?
Auslegung
Um eine Wärmepumpe optimal zu installieren, ist es entscheidend, den genauen Energiebedarf des Gebäudes zu kennen. Dafür sollte eine professionelle Heizlastberechnung durchgeführt werden. Nur so lässt sich die Wärmepumpe effizient auslegen und auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen.
Betrieb
Für einen effizienten Betrieb ist ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems unerlässlich. Dabei wird die Heizleistung der Heizkörper oder Fußbodenheizkreise so eingestellt, dass sie genau den Bedarf decken nicht mehr und nicht weniger. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima, senkt den Energieverbrauch und minimiert Wärmeverluste. Gleichzeitig wird die Anlage effizient betrieben.
Förderung
Die Installation von Wärmepumpen wird von Bund und Ländern im Rahmen verschiedener Förderprogramme finanziell unterstützt. Für eine erfolgreiche Antragstellung sind in der Regel eine detaillierte Heizlastberechnung sowie der hydraulische Abgleich des Heizsystems erforderlich. Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen erfahrenen Energieberater hinzuzuziehen. Dieser gewährleistet, dass alle technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllt werden, informiert über aktuelle Förderbedingungen und begleitet Bauherren und Fachbetriebe während des gesamten Prozesses.
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